Ohrakupunktur

Die Ohrakupunktur ist als Element der Traditionellen Chinesischen Medizin in China schon seit mehr als 5000 v.Chr. bekannt. Somit ist die Ohrakupunktur das Ergebnis einer jahrtausendelangen Entwicklung und Erfahrung. Auch in Persien, Ägypten und dem alten Griechenland ist das Ohrreflexsystem seit Jahrhunderten bekannt und wird therapeutisch genutzt.

Der Franzose Paul Nogier entwickelte die Ohrakupunktur der TCM in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts weiter, indem er das chinesische Wissen mit nahöstlichen und afrikanischen Erfahrungen der Ohrreflexbehandlung verband und schulmedizinische Erkenntnisse des Westens integrierte. Diese neue Entwicklung der Ohrreflextherapie wird Auriculotherapie genannt. In der Praxis von SKAN-Massage in Hamburg findet das Modell Nogiers Anwendung:

Die Ohroberfläche bildet eine Reflexzone, auf der alle Organe des Körpers abgebildet werden können. Über diese Akupunkturpunkte auf dem Ohr können deshalb einzelne Organe oder Körperregionen angesprochen werden. Auch für die Diagnose sind diese Punkte hilfreich: Die Untersuchung der Ohrreflexzonen erlaubt eine genaue Aussage darüber, wo Schmerzen bestehen oder welche Organe des Körpers bei unklaren Beschwerden betroffen sind. Die Untersuchung erfolgt durch Messung von Spannungsdifferenzen an der Ohroberfläche.

Durch Nadelung der Ohrreflexpunkte läßt sich ein therapeutischer Reiz auf das korrespondierende Organ oder erkrankte Körpeergebiet ausüben. In der Regel werden bei der Ohrakupunktur 1 bis 6 Nadeln gestochen, wobei sehr dünne und kurze Nadeln verwendet werden. Die Anwendungsdauer beträgt zwischen 20 und 40 Minuten.
Bei chronischen Beschwerden auch Dauernadeln zum Einsatz. In diesem Falle werden ca. 2 mm lange Nadeln werden mit einem kleinen Pflaster fixiert und für 2 bis 5 Tage im Ohr belassen. Durch die Bewegung werden sie vom Patienten selbst regelmäßig stimuliert und die schmerzlindernde Wirkung erzielt.

Die Signale der Ohrakupunktur erreichen – im Gegensatz zur Stimulation der auf dem übrigen Körper befindlichen Akupunkturpunkte – direkt über eine kleinere Anzahl von Nervenschaltungen die zentralen Gehirnstrukturen. Damit erzielt die Ohrakupunktur sehr schnell eine Wirkung.

Der Einsatzbereich der Ohrakupunktur deckt ein weites Spektrum ab. So werden mit ihr vorwiegend Schmerzzustände aller Art (insbesondere funktionelle Schmerzen) behandelt, ferner Kopfschmerzen und Migräne, Bronchitis, Asthma, Heuschnupfen, Allergien, Hauterkrankungen, Störungen von Magen und Darm, Stoffwechselerkrankungen, Augenerkrankungen, Infektanfälligkeit, Reizblase oder Schlafstörungen.

Eine Akupunkturbehandlung umfasst meist acht bis zwölf Sitzungen über mehrere Wochen verteilt. Bei chronischen Erkrankungen können es auch mehr sein.

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